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AR15 einstellbarer Gasblock

Von Waffenpflege bis hin zu Pimp my gun!
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rider650
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AR15 einstellbarer Gasblock

Beitrag von rider650 » Do 8. Apr 2021, 12:04

Hat wer sowas? Wenn ja wie weit habt ihr ihn zugedreht?
Bin neugierig ob die was bringen, oder ob es unnötige Spielerei ist.

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Martin_Q
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Re: AR15 einstellbarer Gasblock

Beitrag von Martin_Q » Do 8. Apr 2021, 12:20

Ist bei einem sauber laufenden AR mMn nur dann notwendig wenn man auch einen Schalldämpfer verwendet, da das System sonst overgassed ist.
Ich habe keinen Schalldämpfer, daher auch keinen einstellbaren Gasblock.
Sollte das System nicht sauber abgestimmt sein (z.B. gasport zu groß), kann er helfen das Ganze wieder in den Griff zu bekommen.

RcL
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Re: AR15 einstellbarer Gasblock

Beitrag von RcL » Do 8. Apr 2021, 12:46

Laut OA ists bei einem AR15 relativ unnötig, weshalb sie das Ding auch nur fürs OA10 anbieten.

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impact
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Re: AR15 einstellbarer Gasblock

Beitrag von impact » Do 8. Apr 2021, 13:34

Kommt ganz drauf an wie man sein AR-15 aufsetzt. Wenn man darauf aus ist, den Rückstoß zu minimieren, und bereits eine effiziente Bremse verbaut hat kann man schon nochmal Nuancen rausholen wenn man einen einstellbaren Gasblock verwendent, vor allem in Verbindung mit Low-Mass Boltcarrier und evtl. abstimmbaren Buffer Systemen wie dem Silent Captured Spring System von JP.
Durch den einstellbaren Gas block kann man dann hier, bei Reduktion der Bewegten Masse auf ein minimum, den Arbeitsdruck soweit runter setzten, dass durch das Repetieren kaum mehr eine Erschütterung des Gewehrs (Visierbildes) stattfindet.

Das ganze geht natürlich in einem gewissen Rahmen auf Kosten der Zuverlässigkeit bzw Funktionsbandbreite betreffend Munition. Verdreckt die Waffe sehr stark oder wechselt man zu einer schwächeren (oder unregelmäßig geladenen) Munition kann es zu funktionsstörungen kommen. Weiters treten bei sehr an der Funktionsgrenze betriebenen Waffen dann all ihre feinen Wehwehchen die durch ein sehr rabiat eingestelltes Gassystem kaschiert werden, zutage. Das kann von leichten undichtheiten im Gassystem bis hin zu schlecht dimensionierten Teilen und Funktionsflächen sowie sehr grob verarbeiteten Gleitflächen und noch mehr reichen.

Es kommt allerdings auch vor, dass AR-15 recht "overgassed" ausgeliefert werden (ob beabsichtigt oder nicht sei mal dahingestellt). In diesem Fall wäre ein einstellbarer Gasblock schon eine effektive Lösung um den Arbeitsdruck wieder in normale Bereiche zu bringen. Verwendung von Schalldämpfer ist auch ein sehr guter Punkt, da dieser den Gegedruck erhöht und somit ebenfalls effektiv das System "overgassed" . In beiden Fällen kann man bis zu gewissen Grenzen auch mit einem schwereren Buffer Symptome bekämpfen, meist aber nur in einem kleineren Rahmen. Auch bei .300 AAC Blackout Systemen kanns nützlich sein, wenn man zwischen schwacher Subsonicmunition und härter geladenen Supersonicmunition wechselt, und in beiden Fällen ein optimal angepasstes Gassystem haben möchte.

Systeme die leicht overgassed sind, sind im militärischen Bereich normal, da sie wiedrigeren Bedingungen gewachsen sein müssen.
Zu overgassed geht dann aber schon auf die Substanz, da der Verschlussträger unnötig hart in den Endanschlag knallt (auch deutlich fühlbar) und der Verschlussträger zu früh zum aufmachen anfängt, zu einem Zeitpunkt wo die Hülse noch durch Restdruck im Patronenlager anliedert, und somit die Ausziehkralle die unter Druck stehende Hülse förmlich rausreissen muss. Das kann dazu führen, dass die ausziehrille am Hülsenboden abgerissen wird, was zu einer entsprechend lästigen störung führt, oder, noch schlimmer, die Ausziehkralle geht auf Dauer dabei ein und entweder die Kralle oder ihre Achse bricht.

Die diagnostik solcher Probleme ist nicht immer sehr einfach, in der Regel (mit entsprechenden Ausnahmen bzw. etwas Vereinfacht) erkennt man Systeme die stark overgassed sind daran, dass die Hülsen tendenziell steil nach vorne ausgeworfen werden, und das die Hülsen einen sehr ausgeprägten Abdruck von der Ausziehkralle an der Innenseite der Ausziehrille haben. Ist natürlich nur ein Teil der Wahrheit, aber vermutlich in 3 von 4 Fällen ausreichend.


Aus der Praxis, mein 16,75" Lothar Walther Lauf meiner Oberland Arms zB hat einen verhältnismäßig kleinen Gasport, und das Ganze System ist damit eher auf der sanfteren Seite. Für einen Einstellbaren Gasblock eventuell nicht ideal, da man nach oben hin keine Spielraum mehr hat, sollte man auch mal mehr Arbeitsdruck haben wollen.

Ein upper basierend auf einem 16,75" Lauf von Hera Arms dagegen war so brachial überdimensioniert, dass er selbst nach kürzen auf 13.5" (bei Midlenght System!) immer noch deutlich overgassed war. Das System hab ich nun mit einem entsprechenden Gasblock und einem angepassten Buffer System gezähmt.

In meinem AR-15 Wettkampfsystem habe ich bis datto noch einen normalen Vershlussträger und einen übel zerdremelten low profile-ex Kornträger Gasblock. Wirklich stark merkt man weniger Verschlussmasse erst dann, wenn man sehr schnelle Schussfolgen (kurze splits) auf große distanzen/sehr kleine Ziele abgeben will. Für alles andere reicht eine sehr gute Bremse (TE Titan verwenden viele in der IPSC Szene)

Und noch was, wenn der Gasblock getauscht werden soll, nimm Stahl. Alu erodiert zu schnell weg und kann durch einen anderen Wärmeausdehnungskoeffizienten Undichtheiten wenns warm geschossen wird verursachen. Und wenn einstellbar, dann einen hochwertigen. SLR rifleworks ist ein sehr heißer Tipp. Kostet aber leider auch. Und wenn du einen einstellbaren Gasblock verwendest (egal welche Marke), regelmäßig ganz zudrehen und wieder auf, auf das gewünschte Setting + regelmäßig die Stellschraube ölen/reinigen kann auch nicht schaden... sofern er einstellbar bleiben soll. Gefahr wenn man das nicht tut, ist dass sich die Einstellschraube durch die Verbrennungsrückstände festbäckt. Dann hat man sowas wie einen Einweg-einstellgasblock der eventuell mit der Zeit immer mehr gas durchlässt weil die Drossel langsam wegerodiert.

Edit: und um die eigentlich Frage zu beantworten:
Ja, hab einen in einem kurzen .300AAC Blackout system und einen im oben erwähnten 13.5" Hera Lauf upper.
Typischerweise dreht man ihn relativ weit zu, und schießt immer eine patrone aus einem sonst leeren Magazin. Dann tastet ma sich heran, bei welchem Setting der Verschluss noch zuverlässig gefangen wird und dann gibt man (abhängig von Gasblock, Waffe, Verwendung und Gefühl), noch ein bis drei klicks dazu, um entsprechende Sicherheitsreserve zu haben.
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Spiky
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Re: AR15 einstellbarer Gasblock

Beitrag von Spiky » Do 8. Apr 2021, 14:54

impact hat geschrieben:
Do 8. Apr 2021, 13:34
[...]
Perfekter geht's nicht mehr :clap: :clap: :clap:

rider650
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Re: AR15 einstellbarer Gasblock

Beitrag von rider650 » Do 8. Apr 2021, 15:11

Sehr interessant, danke für die Infos! Scheint so als ob es individuell auf die eigene Waffe ankommt..

Ich überlege bei einem neuen DPMS AR mit 16,75" Lauf und Carbine Gassystem. Ich will es auf freefloat umbauen und muss dafür den Gasblock tauschen. Ich habe es noch nicht, darum kann ich nicht sagen, wie groß die Gasöffnung jetzt wirklich ist, hab aber von welchen gelesen, die 0,07" Öffnungen haben, was nicht klein sein soll für diese Kombi - aber muss dann schauen, was ich letztendlich bekomme, weil die Teile schon so lange gebaut werden mit diversen unterschiedlichen Läufen, vielleicht trifft die Info auf meine Waffe schon nicht mehr zu oder ist generell nicht korrekt.

Ich werde es erstmal mit dem werksmäßigen Alugasblock testen und schauen wie es sich verhält. Es soll mit einem Standard Buffer betrieben werden, standard bolt carrier, standard Feder. Es ist eine low budget Waffe bei der es nicht um die letzte Nuance geht. Falls es echt zu overgassed sein sollte werde ich aber sicher am Gasblock ansetzen und nicht bei einer der anderen Komponenten. Einen Kompensator wird es auch nicht geben bei dieser Waffe.

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Re: AR15 einstellbarer Gasblock

Beitrag von coliflower » Do 8. Apr 2021, 16:28

impact hat geschrieben:
Do 8. Apr 2021, 13:34
Kommt ganz drauf an ...
Danke :clap:

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