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Hülsenhals kalibrieren 7x64 - Verschluss schließt schwer

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Miguel
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Hülsenhals kalibrieren 7x64 - Verschluss schließt schwer

Beitrag von Miguel » Mi 13. Okt 2021, 21:41

Folgende Frage:
Wenn ich bei meiner alten Mauser K98 7x64 die Hülsen zwecks Präzision nur Halskalibrieren will (eine ganz einfache Hornady Halskalibriermatrize) habe ich das Problem, dass der Verschluss mit der Patrone schwer zu geht. Als nicht mit voller Gewalt, aber eben etwas schwerer. Manchmal etwas mehr, manchmal etwas weniger. Wenn ich mit "Schwung" den Verschluss nach vor schiebe, geht es besser.

Es ist aber auch so, dass wenn ich nur die Hülse (ohne Geschoss) in das Patronenlager gebe und den Verschluss schließe auch dieser hier schwer geht. Also der Wulst am Übergang bei der Schulger/Hülse kann es nicht sein.

Folgender Bearbeitungsablauf der Hülse:
- Bereits verschossen
- Entzündert (ohne Kalibrieren)
- Geglüht
- Innen ausgefräst (Forster Aufreiber), sodass kein Wulst vorhanden ist
- Gereinigt
- Halskalibriert (den ganzen Hals, bis ganz runter zur Schulter)
- Getrimmt
- Gereinigt

Gemessen habe ich L3=63,4
L2 ist auch 55,37 passt auch, sofern man das genau mit einem Messschieber messen kann...

Wo steht die Hülse an...

Kann es sein, dass der Durchmesser von dem Hülsenhals zu groß ist? Also dass der Auszieher zu viel aufweitet?
(Könnte ich eigentlich mal probieren, ob die Hülse ohne der Ausweiterstange auch noch klemmt...fällt mir da grad ein...)

Sonst irgendwelche Ideen?

Ich habe jetzt eine super Laborierung mit Hasler Ariete 125 gefunden (100m Loch an Loch), deswegen würde ich gerne beim Halskalibrieren bleiben.

Danke für Eure Ideen im Voraus,
Miguel

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Andi308
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Re: Hülsenhals kalibrieren 7x64 - Verschluss schließt schwer

Beitrag von Andi308 » Mi 13. Okt 2021, 22:03

Hi, schwierig zusagen… Ich tippe mal das dein Patronen Lager nicht symetrisch ist! Ich gehe davon aus dass die Hülsen aus deiner Waffe verschossen wurden, beim Vollkalibrieren war das Problem nicht, nur beim Halskalibriren?! das kann eigendlich nur ein Unsymetrisches Patronenlager sein… Verschlussabstand könnte eventuell auch noch sein, drum würde ich mal eine Hülse vollkalibrieren, die Schulter aber nicht! Sprich matrize etwas zurück drehen! dann solltest eigendlich erkennen ob es am Patronenlager oder am Verschlussabstand liegt! Weiter probier mal Vollkalibrierte Hülsen! Ich habe die erfahrung in meiner 6,5x47 gemacht, das hier gar kein Unterschied in der Präzision bemerkbar war! Was mich gewindert hat, aber ist bei mir wirklich so!

Wmh

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Steelman
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Re: Hülsenhals kalibrieren 7x64 - Verschluss schließt schwer

Beitrag von Steelman » Mi 13. Okt 2021, 22:20

@Miguel:

Ferndiagnosen sind problematisch, aber im allgemeinen steht die nur Halskalibrierte Hülse mit der Schulter (die du ja nicht zurücksetzt) im Lager an.
Das "Problem" habe ich auch wenn ich nur den Hals kalibriere.

Es könnte auch sein, das du den Hals zu weit über die Schulter glühst, so das diese zu weich wird u. sich daher im Schuß zuwenig zurückfedert
Kontrolliere das in dem du die Hülse anrusst (zB mit fetter Kerzenflamme) u. siehe wo der Ruß abgerieben wird.
Mangelnde Vorbereitung ist die Vorbereitung auf das Versagen

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Miguel
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Re: Hülsenhals kalibrieren 7x64 - Verschluss schließt schwer

Beitrag von Miguel » Mi 13. Okt 2021, 22:46

Danke für eure schnellen Antworten!

Ja, ich habe das Problem nur beim halskalibrieren. Und klar die Hülsen wurden aus meiner Büchse geschossen.
Ich hatte schon vor längerer Zeit einen kurzen Versuch mit dem Halskalibrieren - da waren die Hülsen nicht geglüht. Da ging der Verschluss auch nicht gscheit zu. Aus Zeitgründen habe ich dann damals mit dem Halskalibrieren nicht mehr weitergemacht. Also daran kann es auch nicht liegen.

Das mit der Präzession Voll/halskalibriert könnte stimmen. Ich habe auch mit den Barnes TTSX 140gr mit Vollkalibrierung auch schon vier Schuss LochAnLoch auf 100m geschafft.

Ich bilde mir ja ein, dass der Verschluss auch schon mal mit vollkalibrierten Patronen schwer gegangen ist. Dann wärs der Verschlussabstand.

Ich werde mal alle Patronen die ich da habe und vollkalibriert sind zu laden und mal schauen, ob der Verschluss schwer geht.
Weiters mach ich das mit dem zurückdrehen der Matrize bei der Vollkalibrierung.
Dann möchte ich noch das halskalibrieren ohne der Aufweiterstange probieren.
Und vielleicht schieß ich dann noch eine Ladeleiter mit den Hasler Geschossen mit Vollkalibrierung und vergleiche die Präzession...

...und verdammt nochmal, wann mach ich das dann alles und finde Zeit dafür... :shifty:

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Re: Hülsenhals kalibrieren 7x64 - Verschluss schließt schwer

Beitrag von Neugebauer » Do 14. Okt 2021, 17:04

Wie hier schon einer sagte ist eine Ferndiagnose schwierig.
Ich würde die Hülse einer fertigen Patrone mit Tuschierfarbe einstreichen, zur Not geht auch ein Eddingstift.
Dann die Patrone laden, Verschluß schließen. An den blanken Stellen wirst dann sehen wos zwickt.
Vielleicht is a nur die Patrone zu lang, und drückst das Geschoß beim schließen des Verschlußes schon in die Züge, is auch eine Möglichkeit.

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Miguel
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Re: Hülsenhals kalibrieren 7x64 - Verschluss schließt schwer

Beitrag von Miguel » Do 14. Okt 2021, 17:52

Hallo Leute,

Gleich vorweg:
Ich tippe mal das dein Patronen Lager nicht symetrisch ist!
@Andi308: Es ist das asymmetrische Patronenlager!

Habe Folgendes probiert:
1. Alle fertigen Patronen die ich habe, alle vollkalibriert (RWS Hülsen mit Lutz Möller, Hasler, Barnes TTSX und Original RWS TIG - ID Classic) geladen - Verschluss geht immer butterweich zu
2. Hülse ohne Innenaufweiter halskalibriert, Hülse klemmt trotzdem, das wars nicht
3. Hülse mit Vollkalibriermatrize 1/4 Gewindegang rausgeschraubt, kalibriert, sodass die Schulter nicht kalibriert wird -> passt, Verschluss schließt
4. Halskalibrierte Matritze, Verschluss schwergängig. Hülse mit Eddingstrich oben markiert. Hülse um 180° gedreht - passt - Verschluss schließt weich!!! Nochmal probiert, Strich oben, Verschluss klemmt. Nach drei bis vier Versuchen war es klar. Das Patronenlager dürfte wirklich asymetrisch sein. Habe ich noch nie gehört.

Daraus ergeben sich aber gleich folgende Fragen:

1. Wenn ich mit den halskalibrierten Patronen schieße, obwohl der Verschluss schwer zu geht, kann die Büchse Schaden nehmen? Und wenn ja warum (habe irgendwo soetwas mal gelesen)?

2. Diese Sache mit den Vollkalibriermatritzen mit Scheibe beilegen oder etwas rausgeschraubt - und so nur teilkalibrieren - verstehe ich nicht so ganz. Ich dachte man tut halskalibrieren, weil der gesamte Hülsenkörper (vor allem nach unten zum Hülsenboden) an das Patronenlager angepasst ist. Also warum erreiche ich Präzision wenn nur die Schulter nicht kalibriert ist ??? Weil der gesamte Körper wird ja kalibriert (bis auf wenige Zentel-mm), der Hals bis fast zur Schulter runter, nur eben die Schulter nicht.
Irgendwas hab ich da nicht verstanden...kann mir das wer erklären?

@Neugebauer: Die Hülse ist getrimmt und bei der 7x64 ist das Patronenlager so lang, dass das Geschoss vorher rausfällt bevor es an den Zügen ankommt (ist zumindest bei meiner so).


Danke nochmal für eure Hilfe!

Neugebauer
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Re: Hülsenhals kalibrieren 7x64 - Verschluss schließt schwer

Beitrag von Neugebauer » Do 14. Okt 2021, 20:53

Wenn du bein enstellen einer Vollkal Matrize eine Scheibe beilegst wird daraus ja keine Halskal Matrize.
Das heißt Schulter und Body werde schon zurückgedrückt, aber nicht soviel als wenn du die Hülse zu 100% in die Matrize drückst.
Durch die Dicke der Scheibe bestimmst du wieweit die Hülse in die Matrize gedrückt werden kann.
Ich verwende diese Technik auch bei Halskal Matrizen, da ich damit nur die paar Milimeter den Hülsenhals zurückdrücke in dem das Geschoß sitzt. Macht ja keinen Sinn den kompletten Hülsenhals zu kalibrieren wenn das Gesch0ß nur in den oberen zwei Drittel sitzt.
Präzisionsfördernd ist das Halskalibrieren deswegen weil dein Geschoß weniger schief in den Lauf eintritt.
Da eine Patrone net in der Luft schweben kann liegt der Patronenköper mit seiner Unterseite im Patronenlager. Je kleiner der Durchmesser deiner Patrone ist (vollkalibriern) umso weiter liegt dein Geschoß exzentrisch zur Laufachse.
Den Hals teilkalibrieren ist eigentlich das Maximum des man erreichen kann, ist zwar auch noch nicht 100% mit der Laufachse fluchtend, aber mehr geht halt nicht. Außer du baust dir eine Hülse die von den Abmessungen saugend ins Patronenlager passt, aber die müßtest dann auch mit einem Hammer hineinklopfen.

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Re: Hülsenhals kalibrieren 7x64 - Verschluss schließt schwer

Beitrag von Miguel » Do 14. Okt 2021, 21:44

Danke für deine Antwort, Neugebauer

D.h. diese nicht ganz durchgeführte Vollkalibrierung ist also ein Kompromiss zur Halskalibrierung, oder?
Nachtrag: Und zur Sicherheit frage ich nach: Wenn ich die Vollkalibrierung nicht ganz verwende (also die Hülse nicht ganz in die VK Matrize eingeführt wird), wird doch die Schulter gar nicht berührt/verändert, oder?

Weiters kalibrierst du mit der Vollkalibriermatritze nur so weit, dass ca. 2/3 vom Hülsenhals kalibriert sind, habe ich das richtig verstanden?
D.h. die Scheibendicke wäre dann 1/3 der Höhe vom Hals, also:
Scheibenhöhe = (L4-L3)/3

Wenn das so ist, ist es viel mehr Abstand als ich dachte.

Verwendet man die Scheiben, die man beilegt (und nicht einfach die Matrizen weniger weit reinschraubt), wegen der Wiederholgenauigkeit?

Super wäre, wenn noch jemand die Frage #1 vom vorigen Beitrag beantworten könnte.

Danke im Voraus.
Wh,
Miguel

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Re: Hülsenhals kalibrieren 7x64 - Verschluss schließt schwer

Beitrag von Hirschberg » Do 14. Okt 2021, 22:17

Miguel hat geschrieben:
Do 14. Okt 2021, 21:44
... Wenn das so ist, ist es viel mehr Abstand als ich dachte. ...
Das ist auch viel zu viel und wird bei Flaschenhülsen wahrscheinlich regelmäßig zu nicht ladefähigen Hülsen führen, es geht da um Hundertstel- bis Zehntelmillimeter.

Am besten macht man das damit: Competition Shellholder Sets
Gruß
H.

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Re: Hülsenhals kalibrieren 7x64 - Verschluss schließt schwer

Beitrag von Hirschberg » Do 14. Okt 2021, 22:23

Miguel hat geschrieben:
Mi 13. Okt 2021, 21:41
... Kann es sein, dass der Durchmesser von dem Hülsenhals zu groß ist? Also dass der Auszieher zu viel aufweitet?
...
Wäre der Innenaufweiter zu groß, und somit der Hülsenhals deutlich zu weit, würde das Geschoß nicht im Hülsenhals halten...
Gruß
H.

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Re: Hülsenhals kalibrieren 7x64 - Verschluss schließt schwer

Beitrag von Miguel » Do 14. Okt 2021, 22:26

Danke für den Tipp mit dem Comp. Shellholder Set.
Blöde Frage: Ich habe eine RCBS Vollkalibriermatritze. Kann ich die mit dem oben genannten Redding Set verwenden oder ist jeder Hülsenhalter anders?

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Re: Hülsenhals kalibrieren 7x64 - Verschluss schließt schwer

Beitrag von Hirschberg » Do 14. Okt 2021, 22:38

Ja, kann auch mit RCBS-Matrizen verwendet werden.

Voraussetzung ist allerdings ein maßhaltiges Patronenlager im "alten Mauser", dass also der Verschlussabstand innerhalb der Toleranz ist!
Gruß
H.

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Re: Hülsenhals kalibrieren 7x64 - Verschluss schließt schwer

Beitrag von Miguel » Do 14. Okt 2021, 22:49

Danke,
die Waffe wurde vor drei Jahren bei einem BÜMA generalsaniert. Sollte passen. So hoffe ich jedenfalls.
Selbst habe ich mich mit Verschlussabstand messen noch nicht auseinandergesetzt. Braucht man ja ein eigenes Werkzeug was ich weiß.
Wh,M

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Re: Hülsenhals kalibrieren 7x64 - Verschluss schließt schwer

Beitrag von Neugebauer » Fr 15. Okt 2021, 00:52

Weiters kalibrierst du mit der Vollkalibriermatritze nur so weit, dass ca. 2/3 vom Hülsenhals kalibriert sind, habe ich das richtig verstanden?
D.h. die Scheibendicke wäre dann 1/3 der Höhe vom Hals, also:
Scheibenhöhe = (L4-L3)/3

Nein, ich kalibriere mit einer Halskalibriermatrize mit Bushing nur das Stück des Patronenhalses in dem das Geschoß sitzt.
Ja, mit der Dicke der untergelegten Scheibe stelle ich diesen Bereich ein.
Ich verwende auch keinen Innenaufweiter, da ich somit die Gefahr den Hals schief zu ziehen ausschließe, das Geschoß setzen von Boattail Geschoßen ist damit auch kein Problem.

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Re: Hülsenhals kalibrieren 7x64 - Verschluss schließt schwer

Beitrag von Neugebauer » Fr 15. Okt 2021, 01:07

Verwendet man die Scheiben, die man beilegt (und nicht einfach die Matrizen weniger weit reinschraubt), wegen der Wiederholgenauigkeit?
Die Scheibe hat den Sinn einer Auflage, damit stellst du sicher daß die Matrize genau fluchtend zur Schubstange deiner Presse fixiert wird.
Ist das selbe Spiel wie wenn du die Matrize auf den Hülsenhalter runterdrehst, da dient dieser als Auflage.
Warum dreht man eine Matrize auf den Hülsenhalter oder auf eine plane Scheibe die auf diesem liegt bevor man sie fixiert? Dreh einmal eine Matrize und schau wieviel Spiel diese im Gewinde hat, die wird nur fluchtend sein wenn sie unten auf einer planen Auflage steht.
Und diese Auflage ist eben der Hülsenhalter oder was auch immer draufliegt. Plan muß es sein.
Zuletzt geändert von Neugebauer am Fr 15. Okt 2021, 07:10, insgesamt 2-mal geändert.

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